Die Historie des Barockhauses Kloster 1

Das Grundstück ist ein Teil des früheren Petriklosters. Am 9. Juli anno 1760 schlug der
Blitz in eines der Klostergebäude ein und rief einen Großbrand hervor, welchem auch das
an der Südseite des Klostergrundstückes gelegene Wohnhaus des Stallmeisters von
Tronff zum Opfer fiel.

An Stelle des vom Feuer vernichteten Stallmeisterhauses wurde im Jahre 1761 das
Barockgebäude errichtet, das seitdem die Bezeichnung Kloster 1 führt und dem Stallmeister von Tornff wieder als Wohnhaus mit Stallungen diente.
Um 1785 übernahm als Stallmeister des Gestütes Hans Wilhelm Traugott von Könneritz
(geb. 14. April 1753, gest. 9 Juli 1829 in Merseburg) das Anwesen Kloster 1. Er führte es im Range eines königlich-sächsischen Kammerjunkers und Stallmeisters.

Sein Sohn Julius Traugott, geb 31. Mai 1772 in Merseburg, wurde zunächst westfälischer Graf, weil er dem König Jerome, dem Bruder Napoleons, diente.
Dieser Grafentitel wurde ihm jedoch erst richtig anerkannt, nachdem er in sächsische
Dienste getreten ist, und er sich Graf Könneritz nannte. Das Geschlecht der Könneritz
ist jedoch in späteren Jahren ausgestorben. Die Geschichtsüberlieferung sagt, dass die einzige Tochter des Grafen Könneritz einen sehr schönen Schimmelhengst besaß, welchen die Franzosen im Jahre 1806 neben all den anderen Pferden rekrutiert hatten. Doch dieser Schimmelhengst hatte sich mit 21 anderen Pferden der Franzosen abgesetzt und wiehrte nach 10 Tagen wieder am Hoftore von Kloster 1. Im weiteren Verlauf nahm preußisches Militär Besitz vom Kloster und auch von diesem Haus. Während der den Merseburgern unvergesslichen Husarenzeit befanden sich im Kloster 1. die Regiments- und Schwadronenkammern.

Als die Husaren 1901 Merseburg verlassen hatten, kam das Haus in privaten Besitz und
wurde als Wohnhaus ausgebaut.

Von 1931 bis zum Jahre 2000 war es Eigentum der Lebensversicherungsanstalt
Sachsen-Thüringen-Anhalt (nach dem 2. Weltkrieg Landesversicherungsanstalt) und
wurde in der DDR von der kommunalen Wohnungsbehörde bzw. nachfolgend
Gebäudewirtschaft verwaltet.

Seit 2000 ist das Objekt Kloster 1 wieder in Privatbesitz und wurde von Familie Kirbach in den Jahren 2001 bis 2002 aufwendig saniert und seit dem als Café betrieben.
2007 wechselte es in die Hand von Frau Heidi Schacht.


...zurück